Der Fachblog für CE-Kennzeichnung

LOTO bringt Energie unter Kontrolle

Erstellt von Jörg Handwerk am 08.11.2017 13:00:00

LOTO (Lock Out Tag Out) bringt Energie unter Kontrolle

Von Maschinen und Anlagen können auch Gefahren ausgehen, wenn sie ausgeschaltet sind. Restenergien in Druckspeichern oder Kondensatoren oder Reste an chemischen Stoffen z. B. können schnell lebensgefährdende Situationen hervorrufen. Dadurch werden wiederkehrende Arbeiten wie Instandsetzungen, regelmäßigen Wartungen, Inspektionen und Reinigungen der betrieblichen Anlagen zur Gefahr. Wie Sie Unfälle vermeiden können, erfahren Sie in unserem heutigen Blog-Beitrag.

Gesetzliche Anforderungen

LOTO ist die Abkürzung für Lock Out – Tag Out, ins Deutsche übersetzt heißt es absperren und abschalten. Dabei geht es um die Abschaltung der Energie und die Kennzeichnung an den entsprechenden Vorrichtungen. Das LOTO-Verfahren stammt aus den USA. Es wird zunehmend auch in Deutschland eingesetzt. Obwohl es gemäß europäischer Gesetzgebung keine Pflicht zur Anwendung dieses Verfahrens gibt, existieren in Deutschland gesetzliche Anforderungen, die durch LOTO am ehesten erfüllt werden können. Laut §6 der Betriebssicherheitsverordnung (Grundlegende Schutzmaßnahmen bei der Verwendung von Arbeitsmitteln) hat der Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass Arbeitsmittel (Maschinen) sicher verwendet werden können, z. B. dass „alle verwendeten oder erzeugten Energieformen und Materialien sicher zu- und abgeführt werden.“ In § 10 wird es noch deutlicher. Dort wird vom Arbeitgeber verlangt, Maßnahmen zu treffen, damit Instandhaltungsarbeiten sicher durchgeführt werden können. „…Dabei hat er insbesondere dafür zu sorgen, dass Einrichtungen vorhanden sind, mit denen Energien beseitigt werden können, die nach einer Trennung des instand zu haltenden Arbeitsmittels von Energiequellen noch gespeichert sind; diese Einrichtungen sind entsprechend zu kennzeichnen…“.

_tv_9710_bearbeitet.jpg

 

Notwendige Schritte im LOTO-Verfahren

Sind Mitarbeiter in Ihrem Betrieb während der wiederkehrenden Arbeiten gefährlichen Energiequellen ausgesetzt, ist es sinnvoll,  eine Standard-LOTO-Prozedur zu implementieren. Wir empfehlen Ihnen, eine LOTO - Gesamtstrategie in Ihrem Unternehmen zu entwickeln. Überlegen Sie im Vorfeld, was Sie mit dem LOTO-Verfahren erreichen möchten. Welche Mitarbeiter besitzen die Befugnis für dieses Verfahren? Dokumentieren Sie alles, was in Verbindung mit dem Verfahren zur Energiekontrolle steht.

Zunächst werden alle gefährlichen Energiequellen und Medien im Betrieb und alle Energie-Kontrollpunkte in Bezug auf das LOTO-Verfahren identifiziert, deutlich gekennzeichnet und dokumentiert. Im Anschluss an die Analyse und Erstellung eines geeigneten LOTO-Verfahrens wird im nächsten Schritt die dauerhafte Abschaltung der Energie durch Hilfsmittel gewährleistet.

Lock Out Tag Out - Vorrichtungen

Für das Abschalten (Lock Out) und Kennzeichnen (Tag Out) werden Hilfsmittel benötigt, die eine dauerhafte Abschaltung der Energie gewährleisten. Die Verriegelung besteht meist aus einem Mechanismus zum Blockieren und einem Schloss zum Verriegeln. So soll verhindert werden, dass Maschinen während der wiederkehrenden Arbeiten eingeschaltet werden können. Dies geschieht bspw. durch den Einsatz von Lockout-Schlössern, Ventilabsperrungen oder Schließkammern.
 
Nachdem die Maschinen und Anlagen mechanisch blockiert wurden, erfolgt die Kennzeichnung entsprechend der zuvor definierten LOTO-Prozeduren. Durch eine auffällige Kennzeichnung an den Lock Out Tag Out-Vorrichtungen wird auf abgeschaltete Aggregate und Anlagen hingewiesen. In der Praxis eignen sich Wartungsanhänger und Aufkleber mit entsprechenden Warnhinweisen. Das dabei verfolgte Ziel ist, die Mitarbeiter über Wartungs- oder Instandhaltungsarbeiten zu informieren und ein Wiedereinschalten zu verhindern.
 
 LOTO - Kennzeichnung.png

Neben den Angaben zur Maschine beinhaltet die Dokumentation  detaillierte Informationen zu den wiederkehrenden Arbeiten. So werden die Absperrpunkte im Anlagenlayout markiert, mit Bildern versehen und eindeutig gekennzeichnet, um eine Verwechslung auszuschließen. Zusätzlich werden Informationen zu spezifischer PSA für die entsprechende Tätigkeit und die Art und Anzahl benötigter Werkzeuge und Hilfsmittel übersichtlich dargestellt. Sollten trotz allen Vorkehrungen noch immer Restgefahren, die in der ausführlichen Gefährdungsbeurteilung ermittelt wurden, vorhanden sein, so werden weitere Gegenmaßnahmen definiert. Anschließend wird deren Umsetzung kontrolliert und  auch diese Information gut sichtbar platziert.

Neben den Angaben zur Maschine beinhaltet die Dokumentation  detaillierte Informationen zu den wiederkehrenden Arbeiten. So werden die Absperrpunkte im Anlagenlayout markiert, mit Bildern versehen und eindeutig gekennzeichnet, um eine Verwechslung auszuschließen. Zusätzlich werden Informationen zu spezifischer PSA für die entsprechende Tätigkeit und die Art und Anzahl benötigter Werkzeuge und Hilfsmittel übersichtlich dargestellt. Sollten trotz allen Vorkehrungen noch immer Restgefahren, die in der ausführlichen Gefährdungsbeurteilung ermittelt wurden, vorhanden sein, so werden weitere Gegenmaßnahmen definiert. Anschließend wird deren Umsetzung kontrolliert und  auch diese Information gut sichtbar platziert.

Effektiver Schutz für die Mitarbeiter

Im letzten Schritt des LOTO-Verfahrens steht die Ausbildung und Schulung involvierter Mitarbeiter. Sie gibt Aufschluss über die Prozeduren und trainiert die richtige Handhabung von Hilfsmitteln zum Absperren. Diese Vorgehensweise gewährleistet, dass sich alle Mitarbeiter an die Durchführung halten und somit ein effektiver Schutz für die Mitarbeiter während der wiederkehrenden Arbeiten besteht.

Zum Schluss wird der Arbeitsplatz aufgeräumt und gereinigt. Alle Mitarbeiter, die im betroffenen Bereich arbeiten, werden informiert, dass die Anlage wieder entsichert und demontierte Schutzeinrichtungen wieder angebracht wurden. Danach werden die Schlösser, Absicherungen und Kennzeichnungen entfernt und die Energieversorgung wieder hergestellt. Die korrekte Funktionsweise wird nach dem Einschalten überprüft und der Betrieb wird wieder aufgenommen.

Begleitung in der Praxis

Sie haben noch keine Erfahrungen mit dem LOTO-Verfahren? Wir begleiten Sie gerne in der Praxis und zeigen Ihnen, worauf es ankommt. Einen Anwenderbericht zum Thema finden Sie hier.

„Seit Einführung des LOTO-Verfahrens fühle ich mich in meiner Rolle als verantwortlicher Meister für die sichere Instandhaltung der Anlagen sehr viel sicherer und wohler“, bestätigt uns Karl Briehl, der Meister der Penta Produktionsanlage Perstorp Chemicals GmbH, Bruchhausen.

Sie möchten mit uns über die Situation in Ihrem Unternehmen sprechen? Mehr Informationen erhalten Sie auf unseren Webseiten. Dort finden Sie auch den Kontakt zu unseren Ansprechpartnern.

Erfahren Sie mehr über das  LOTO-Verfahren

Themen: LOTO, Energie unter Kontrolle

CE-Zertifizierung 

Wir helfen Ihnen weiter!

Die Welt der Maschinen ist unsere Heimat - unser Name steht für praxisgerechte, funktionale Sicherheit. 

Mit unserem Fachblog und wissenswerten Beiträgen rund um die Themen

  • Maschinensicherheit
  • CE-Kennzeichnung
  • CE-Zertifizierung und  
  • Risikobeurteilung
möchten wir unser Know-How mit Ihnen teilen und freuen uns auf Ihr Feedback!

Neueste Beiträge

Jetzt den Blog-Newsletter abonnieren!