Der Fachblog für CE-Kennzeichnung

LOTO auf dem Vormarsch

Erstellt von Jörg Handwerk am 12.04.2018 10:50:15

Immer mehr, meist international aufgestellte Unternehmen, implementieren das ursprünglich aus den USA stammende LOTO-Verfahren zum Sichern von Energien bei wiederkehrenden Arbeiten. Nicht nur die Akzeptanz wächst stetig, sondern auch der Nutzen wird immer deutlicher. Instandhalten, aber sicher! Auch wenn der Begriff LOTO in der europäischen Gesetzgebung in dieser Form nicht vorkommt, so hat seine Umsetzung dennoch gesetzliche Relevanz, wie die Richtlinie über die Benutzung von Arbeitsmitteln deutlich macht.

Mit LOTO, also Lock Out - Tag Out, wird eine Vorgehensweise bezeichnet, die gefährliche Situationen für wiederkehrende Tätigkeiten an Maschinen und Anlagen beherrschbar macht. Gefahren, die insbesondere dort entstehen, wo Rest-Energien vorhanden sind. Dies ist insbesondere bei Instandhaltungs-, Wartungs- und Reinigungsarbeiten der Fall. Das Ausschalten des Hauptschalters an Schaltschränken ist dabei nur ein verschwindend kleiner Teil, den es zu berücksichtigen gilt, wenn es um die Erkennung möglicher Energien geht. Alle Energien zu identifizieren, die an einer Maschine oder Anlage existieren, ist daher der erste Schritt zu LOTO. Hierzu bedarf es Erfahrung, so dass die Einführung von LOTO befähigtem Personal vorbehalten ist. Um befähigt zu sein, ist eine Prüfung nicht notwendig, wohl aber ausreichende Kenntnis und Übung. Diese Personengruppe muss nicht nur das Verfahren an sich verinnerlicht, vielmehr muss sie auch die Vorgehensweise verstanden haben, Energiearten zu kennen, um deren Ursprung zu identifizieren. Die befähigte Person erstellt auf der Grundlage dieser Erkenntnisse dann die LOTO-Prozeduren und schult das betroffene Personal. Dies sind all die Menschen, die regelmäßige Arbeiten an Maschinen und Anlagen außerhalb des normalen Betriebes durchführen müssen. Einen Einblick, wie Restenergien richtig identifiziert werden können, gibt unser BeitragLOTO bringt Energie unter Kontrolle

LOTO auf dem Vormarsch

 Abschließen und Kennzeichnen ist die Devise

Wie eingangs bereits erläutert, kommt der Begriff LOTO in der europäischen Gesetzgebung zwar nicht als solcher vor, dennoch besteht durchaus eine gesetzliche Verpflichtung zur Umsetzung, nämlich im Rahmen der CE-Kennzeichnung. Oft legen die Hersteller von Maschinen im Rahmen der Risikobeurteilung, welche der CE Konformität zugrunde liegt, ihren Fokus auf den Normalbetrieb der Maschine. Es müssen jedoch sämtliche Lebensphasen betrachtet werden und hierzu gehört ganz besonders auch die Instandhaltung, Wartung und Reinigung der Maschine. Denn hier passieren erfahrungsgemäß die meisten Unfälle. In der Folge versuchen Betreiber von Maschinen heute zunehmend ihre Produktionsanlagen auch für diese Phasen nachträglich sicher zu gestalten. Hersteller täten also gut daran, das Thema LOTO bereits im Rahmen der Konstruktion mit in den Blick zu nehmen. So sind sie nicht nur rechtlich auf der sicheren Seite, sondern bieten ihren Kunden zugleich auch einen deutlichen Mehrwert an.

Denn Unternehmen, die ihre Maschinen bereits seit Jahren betreiben, realisieren zunehmend die Bedeutung von LOTO. Nicht nur die ebenfalls in Europa geltende Forderung an die Arbeitgeber, ihren Mitarbeitern nur sichere Arbeitsmittel zu Verfügung zu stellen, erhöht den Druck. Auch die betroffenen Mitarbeiter selbst fordern ihrerseits Engagement der Arbeitgeber mehr für ihre Sicherheit zu tun.

Mit dem Abschließen von Hauptschaltern und dem Anhängen eines Schildes ist es oftmals nicht getan. Nicht nur, dass pneumatische Systeme nicht entlüftet werden und Restdruck in Zylindern und Rohrleitungen steckt. Es fehlt oft noch an vielen anderen Stellen. So sind beispielsweise Stützen gegen Absacken oder Anschlüsse zum Spülen von Rohrleitungen Mangelware.EG-Konformitätserklärung nach Maschinenrichtlinie

Dieser Aufgabe, Abschaltpunkte zu definieren oder gar erst einzubauen, sieht sich die befähigte Person ausgesetzt. So müssen Energieverteilungen oftmals erst dazu ertüchtigt werden, LOTO überhaupt einführen zu können. Und wurde dann die Möglichkeit zum Entlüften pneumatischer Systeme geschaffen, sacken Bauteile ab, weil nicht die richtigen Ventile verwendet wurden oder es an mechanischen Verriegelungen mangelt. Berücksichtigt man dies bereits bei der Konstruktion der Maschine, können Kosten vermieden werden.

Denn was die Betreiber von Maschinen aufwendig nachrüsten müssen, wäre bei der Herstellung ein Leichtes gewesen. So aber liegt der Fokus bei der Konstruktion einer Maschine meist mehr auf Produktivität und nicht immer auch auf Wartungsfreundlichkeit. Dabei wäre doch genau das ein Aushängeschild eines jeden Herstellers und zukunftsweisend. Denn gut durchdachte Sicherheit lässt Rückschlüsse auf die Qualität der Risikobeurteilung während des Konstruktionsprozesses schließen und somit auch auf die gesetzlich vorgeschriebene CE-Konformität in Europa. Sollen Maschinen gar nach Nordamerika exportiert werden, so sind die Anforderungen an das LOTO Verfahren sogar gesetzlich vorgeschrieben.

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